Servus, 

vor kurzem gab es hier auf meinem Blog ja einen Artikel über die Zusammenarbeit mit Kindern, und wie viel Freude mir diese bereitet. An diesem Punkt möchte ich nun etwas anknüpfen und mehr darüber erzählen. Ganz spontan, was mir gerade so durch den Kopf geht.

Sehr lange Zeit, wollte ich nämlich rein gar nichts von diesem Teil der Fotografie wissen, wusstet ihr das? Es kam mir immer etwas zu schwierig vor, mit unseren "kleinen" fotografisch etwas umzusetzen. Das Licht, die Zeit, der Blick, weinende Kids, traurig schauende Kids...so vieles könnte schiefgehen oder nicht meinem damals so gepflegtem "Muster" entsprechen. Kurz gesagt: Das Interesse war da, nur der Wille den ersten Schritt zu machen hat lange gefehlt!

Gegen Ende des Sommers 2015 hat sich mir jedoch eine fantastische Gelegenheit geboten, diesen Schritt zu machen. Denn im Endeffekt, ist es ja auch nichts anderes als jemand Erwachsenen zu fotografieren. Ok, nicht ganz. Die kleinen haben ihren eigenen Willen und machen gerne was sie möchten, aber dazu gleich mehr. Ich stellte ziemlich spontan den Kontakt zu einer alten bekannten wieder her, die ich auf einer sozialen Plattform wieder gesehen habe. Wir haben uns getroffen, wobei ich ihre Tochter das erste mal kennen lernen durfte. Es hat keine 10 Sekunden gedauert, bis mein fotografisches Denken mir gesagt hat, dass ich die kleine unbedingt portraitieren MUSS, denn sie hat etwas charakteristisches an sich! 

Gesagt, getan! Ich schaute mich wie immer nach einer Location bzw eher Gegend um, wo wir uns mit der kleinen aufhalten wollten. Dann legte ich fest, wie ich fotografieren möchte. Die Entscheidung viel sofort: Natürliches Licht - keine Reflektoren - minimalste Retusche !  Als das festgelegt war, suchte ich mir noch einige Beispielbilder zwecks der Kleidung heraus und besuchte die beiden nochmal. Ich versuchte möglichst viel mit Mia, so heißt die kleine, zu sprechen um Vertrauen aufzubauen. Da sie bereits 7 Jahre alt ist, ging das natürlich sehr gut und machte einen rießen Spaß. Vorallem mir, weil ich merkte dass das mit den kleinen doch eine ganz lustige Sache werden könnte.  Die Kleidung auszusuchen überließen wir dann einfach ihr, da sie meine Beispielbilder bereits kannte und nun selber nach dem passenden suchen konnte (Mutti kam dann natürlich zu Hilfe! ). Nun nur noch Treffpunkt und Zeit für den nächsten Tag ausmachen und los gehts. 

On Location angekommen, lies ich es einfach ganz ruhig angehen und lies die Kamera vorerst mal beiseite liegen. Wir schauten uns etwas um und genossen den schönen Tag, war nämlich schon vormittags angenehm warm. Allmählich machte ich die ersten Bilder und gewöhnte Mia daran von mir fotografiert zu werden. Die Ergebnisse waren mir dabei erstmal relativ egal, sie sollte ja nur sehen wie es ist. Dies ging über einen längeren Zeitraum, in welchem wir uns aber auch etwas unterhalten und rumgetollt haben. Meist lies ich sie aber einfach machen, wobei das zusehen schon richtig entspannte. Das schöne an dem ganzen, ich habe immer mehr gemerkt wie sie mir Vertrauen schenkt und sich daran gewöhnt fotografiert zu werden. 

Während die kleine ihr Ding machte, hatte ich bereits "den" Platz zum fotografieren bemerkt und wartete die ganze Zeit lediglich darauf, bis die Sonne den richtigen Stand erreicht hatte. Das war nun geschehen, weshalb der nächste Teil schnell von statten gegangen ist. Ich lotste Mia zu der gewünschten Stelle und meinte lediglich sie solle sich entspannt hinsetzen. Das war auch sofort mein Stichwort, denn sie hatte einen Blick aufgesetzt, der einfach Atemberaubend war!  So charakterstark, so charakteristisch! Ein perfektes Bild nach dem anderen, fand Platz auf meiner Speicherkarte und ließ mich, sowie die Mutter von ihr staunen!  

15 Minuten später, wars vorbei. Ich hatte meine Bilder im Kasten und war überglücklich. Bei den Ergebnissen, braucht es keine groß andauernde Retusche! Wozu auch? 

Lg Simon